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The Drop

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  • 20th Century Fox
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Story/Handlung von The Drop

Für Bob Saginowski (Tom Hardy) ist das Leben klar strukturiert. Kein großes Problem, denn außer seinem Job als Barkeeper gibt es auch nichts weiter. Jede Nacht steht er hinter dem Tresen der Bar seines abgebrühten Cousins Marv (James Gandolfini) und kümmert sich dort um die Drinks und schmutziges Geld. Denn neben dem offiziellen Schankbetrieb dient die Kneipe der lokalen Unterwelt als Umschlagsdepot für unterschiedliche Summen. Im Jargon nennt sich eine solche Bar ein „Drop“. Das Geschäft läuft auch ziemlich problemlos und ohne Störungen – ganz so, wie Bob es mag. Doch als er eines Nachts auf dem Heimweg einen verletzten Hundewelpen in einer Mülltonne findet, ändert sich sein geregelter Alltag. Zumal die Mülltonne der zunächst sehr misstrauischen Nadia (Noomi Rapace) gehört, die dem unbeholfenen Bob dann aber doch wertvolle Tipps zur Hundehaltung gibt.

Der kleine Hund, schnell auf den Namen Rocco getauft, hält Bob fortan in seiner Freizeit ganz schön auf Trab und auch an seinem Arbeitsplatz hat die Ruhe ein Ende, als plötzlich zwei bewaffnete und maskierte Gangster den Laden überfallen wollen. Sie schnappen sich das noch vorhandene Geld und berauben damit unwissentlich die tschetschenische Mafia, die in Person von Chovka (Michael Aronov) ziemlich deutlich klar macht, dass Bob und Marv das Geld besser wiederbeschaffen. Nicht das einzige Problem für Bob, dem ausgerechnet jetzt auch noch der psychopathische Ex-Freund von Nadia auf die Füße tritt. Das Aufeinandertreffen aller Beteiligten sorgt dann dafür, dass langsam aber sicher Licht auf die Geschehnisse des dunklen Nachtlebens in Brooklyn fällt…

Filmkritik zu The Drop

Das wahre Geschäft läuft unter der Theke 17. April 2015 | von

Basierend auf seiner Kurzgeschichte „Animal Rescue“ hat Dennis Lehane zunächst einen Roman und später das Drehbuch zu dieser Geschichte von schüchternen Antihelden und sich selbst überschätzenden Kleinkriminellen verfasst, die keine lauten Töne anschlagen müssen, um das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Details würden aber womöglich schon relevante Informationen vorwegnehmen. Denn die Story von The Drop wird zum Großteil von ziemlich kaputten Figuren getragen, die so ziemlich alle ihr kleines oder großes Geheimnis mit sich herumtragen. Im Mittelpunkt steht vor allem Tom Hardy als bescheidener und etwas linkischer Barkeeper. Kaum zu glauben, dass derselbe Mann, der in den Dialogen in The Drop extrem unsicher wirkt, glaubhaft einen Bane oder ganz aktuell Mad Max verkörpern kann. Doch offenbar gibt es keine Rolle, die Hardy nicht auszufüllen versteht.

Ebenfalls extrem überzeugend agiert Matthias Schoenaerts als psychopathischer Eric Deeds. Der Belgier erspielte sich vor allem durch seine Rolle in „Der Geschmack von Rost und Knochen“ an der Seite von Marion Cotillard einen höheren Bekanntheitsgrad und bestätigt die dafür eingeheimsten Lorbeeren hier. Selbiges gilt für Noomi Rapace, die nach starker Leistung in „Prometheus – Dunkle Zeichen“ hier ganz hervorragend mit Hardy harmoniert (und folgerichtig auch in „Kind 44“ mit ihm zusammen auftritt) und trotz ihrer Nebenrolle als unterdrückter Ex-Freundin von Deeds mitunter ziemlich resolut auftritt und tatsächlich mindestens ebenso viel Eindruck hinterlässt wie der leider schon verstorbene James Gandolfini in seiner letzten Rolle. Allerdings ist sein ziemlich finsterer Charakter extrem gut weil undurchschaubar dargestellt und wirkt ein wenig wie der Anker des Films, der die Story immer auf Kurs hält. Auch der bislang eher als Serienschauspieler in Erscheinung getretene Michael Aronov balanciert gekonnt zwischen dem kumpelhaften Typ und dem knallharten Gangster, was ihm trotz seiner Eigenschaft als Bösewicht einige Sympathien einbringen dürfte.

Bild und Ton der Blu-ray werden der Story von The Drop sehr schön gerecht, auch hier liegt der Fokus klar auf der von Bob so geliebten Ruhe. Details kommen angesichts der geringen Anforderungen sehr schön zur Geltung und verstecken sich auch in den häufigen dunklen Szenen nur selten. Der Ton wird erst zum Ende hin etwas mehr gefordert, überzeugt aber ohnehin vor allem durch die wenigen Knalleffekte, die allerdings gerade wegen ihrer Seltenheit extrem eindrucksvolle Wirkung hinterlassen.

Das Bonusmaterial bietet mit mehreren „Behind the Scenes“-Kapiteln insgesamt knapp 16 Minuten Hintergrundinformationen, dazu geben rund sechs Minuten an entfallenen Szenen zusätzliche Einblicke in die Story. Der Trailer gehört natürlich auch zum Standardprogramm und die Bildergalerie ist ein nettes Gimmick.

Fazit

Gute Thriller müssen nicht in hohem Tempo von einem Actionspektakel zum nächsten hetzen, auch die ruhige und langsame Entfaltung der Story kann spannend sein. The Drop ist das beste Beispiel dafür, was neben der durchdachten Story allerdings auch nicht unwesentlich an der hochkarätigen Besetzung der ungewöhnlichen Rollen liegt.

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Gesamt

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