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70%

Synchronicity

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Story/Handlung von Synchronicity

Der Physiker Jim Beale (Chad McKnight) hat ein ehrgeiziges Ziel, dem er alles unterordnet. Er will entgegen aller Stimmen, die sein Vorhaben als unmöglich erachten, ein Wurmloch öffnen, um Zeitreisen zu ermöglichen. In seinem Labor arbeitet er gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Chuck (AJ Bowen) und Matty (Scott Poythress) Tag und Nacht unermüdlich an seiner Zeitmaschine, auf Schlaf und Geld verzichtet Beale dafür nur allzu gern. Schließlich scheinen seine Bemühungen Früchte zu tragen, bei einem Versuch gelingt ihm tatsächlich das Öffnen eines Wurmlochs – doch sein Investor Klaus Meisner (Michael Ironside) zeigt sich recht unbeeindruckt. Selbst als Matty im Labor eine unbekannte Blume findet, die durch das Wurmloch aus der Zukunft geschickt wurde und damit ein Beweis für die erfolgreiche Zeitreise ist, bleibt Meisner skeptisch und will Beale weitere finanzielle Mittel verweigern. Doch Beale hat mittlerweile die ebenso mysteriöse wie hübsche Abby (Brianne Davis) getroffen, die Meisner und dessen Frau doch noch davon überzeugt, dass Beale ernst zu nehmende und bedeutende wissenschaftliche Fortschritte gemacht hat. Beales Problem: Meisner möchte einen Gegenwert für seine Investitionen und fordert nicht weniger als die gesamten Forschungsergebnisse Beales. Dieser beginnt nach einem Hinweisen von Chuck, an Abby und Meisner zu zweifeln und begibt sich schließlich in einem zweiten Zeitreiseversuch selbst in das Wurmloch…

Filmkritik zu Synchronicity

Bloß nicht den Überblick verlieren! 5. Mai 2016 | von

Wenn es in Filmen um Zeitreisen geht, sind zwei Dinge garantiert: Zuschauer, die die dargestellte wissenschaftliche Logik mehr oder weniger deutlich bezweifeln und absolute Verwirrung, wenn man sich mal zehn Sekunden lang nicht völlig auf die Handlung konzentriert. Beides trifft dementsprechend auch auf Synchronicity zu. Wer hier jederzeit den Überblick behält, ist entweder beneidenswert oder glaubt das nur. Drehbuchautor und Regisseur Jacob Gentry bastelt hier ein so verschachteltes Ebenenkonstrukt zusammen, dass er womöglich selbst etwas den Überblick verloren hat und man sich in mehr als einer Szene fragt, wie das nun wieder zusammenpasst – was allerdings nicht wirklich schlimm ist, denn den Figuren in der Handlung geht es ja nicht anders.

Besetzt hat Gentry den SciFi-Thriller Synchronicity vor allem mit Darstellern aus dem Film „The Signal“, den er gemeinsam mit zwei weiteren Regisseuren drehte. In Synchronicity ist er alleine verantwortlich und setzt auch gleich sein eigenes Drehbuch um. Dass ihm dabei kein großes Budget zur Verfügung stand, merkt man nicht nur am kleinen Ensemble sondern auch an den wenigen Schauplätzen, die sich darüber hinaus extrem ähnlich sehen – was natürlich dem konsequenten „Film Noir“-Touch geschuldet ist, den Gentry hier zwar futuristisch interpretiert, aber ohne einen Hauch von Kompromissen durchzieht und Synchronicity damit sofort seinen Stempel aufdrückt und gezielt Stil verpasst. Entsättigte, kühle Bilder mit viel kaltem Blau und wenig Licht bestimmen die nicht näher definierte Umgebung, in der sich Gentrys Schauspieler bewegen.

Charisma statt Nerdtum

Die Hauptrolle des Jim Beale übernimmt Chad McKnight, der genügend Charisma für den genialen und selbstbewussten Physiker mitbringt und während seiner Überzeugungsversuche gegenüber dem skeptischen Investor und dessen Frau durchaus glaubwürdig rüberkommt. Serien-Fans haben McKnight übrigens eventuell schon mal in „Emergency Room“ gesehen, ansonsten dürfte er dem deutschen Publikum wie die meisten anderen Darsteller eher unbekannt sein. Der einzige bekanntere Name ist Michael Ironside, der unter anderem in „Total Recall“ (mit Arnold Schwarzenegger) oder „Der Maschinist“ (mit Christian Bale) mit von der Partie war und darüber hinaus die Synchronstimme der Hauptfigur Sam Fisher im Videospiel „Splinter Cell“ ist. Er verkörpert den habgierigen und ruhmsüchtigen Investor Klaus Meisner, der sich als Gegenspieler Beales positioniert und sich dessen Forschungsergebnisse unter den Nagel reißen will – viele Sympathien dürfte er sich durch sein Auftreten nicht sichern, was natürlich für seine Leistung spricht.

Beales Kollegen Chuck und Matty, verkörpert von AJ Bowen und Scott Poythress, gehen in dieser Fehde ein wenig unter und können ihr Potenzial kaum abrufen. Zwischenzeitlich haben beide ein paar Momente, in denen sie sich in Szene setzen dürfen, insgesamt läuft ihnen aber die erfahrene Serien-Schauspielerin Brianne Davis als Abby Ross den Rang ab und komplettiert das Beziehungsdreieck mit Beale und Meisner. Zwar ist ihre Rolle in der Geschichte nur schwer zu fixieren, dennoch zeigt Davis, dass sie nicht nur wegen ihres Aussehens für die Rolle ausgewählt wurde und verleiht ihrer Figur gekonnt mehrere Facetten.

Chaos durch Zeitreisen? Ganz normal!

Dass Synchronicity trotz allem immer den leichten Independent-Charme beibehält, liegt womöglich wirklich vorwiegend am begrenzten Budget – oder daran, dass sich Gentry ebenso wie seine Hauptfigur Beale voll auf sein Projekt fokussiert und darüber ein paar Kleinigkeiten vergisst. So sind natürlich hier und da auch schwer nachzuvollziehende Logiksprünge zu verzeichnen, die das Zeitreise-Thema nun mal in der Regel mit sich bringt. Fast scheint sich Gentry ein wenig in den verschiedenen Ebenen seiner Geschichte zu verzetteln (eventuell hat die mit Notizen vollgekritzelte Bierdeckelsammlung von Abby ja auch biografischen Charakter?) und gegen Ende hin den Faden zu verlieren. Ob er das wirklich tut, sollte dann aber doch lieber selbst für sich entscheiden…

Das Bild der Blu-ray von Synchronicity ist – anders als die Story – klar und deutlich strukturiert, Gentry verzichtet hier weitgehend auf knallige Elemente und setzt wie erwähnt auf ein kühles und eher ruhiges Bild. Einzig die Zeitreise-Elemente und die teilweise an „Jump Scares“ erinnernden eingesetzten Schnitte brechen da aus der hauptsächlichen Linie aus. Details kommen allerdings trotz des reduzierten und gefilterten Bilds gut zur Geltung. Beeindruckend ist der Ton der Blu-ray, der regelmäßig die Surround-Speaker nutzt und eine packende Atmosphäre schafft, die das intime Gefühl der kleinen Besetzung noch verstärkt und einen viel leichter in die Story eintauchen lässt als große Blockbuster dies können. Der einzige negative Aspekt: Bis auf Trailer gibt es kein Bonusmaterial und damit entfallen auch die sonst gerne produzierten Interviews mit den Darstellern und erst recht tiefergehende Featurettes, die angesichts der komplexen Story durchaus sinnvoll gewesen wären.

Fazit

Eine spannende und verworrene Story, gute Schauspieler und ein klarer Stil – Jacob Gentry holt aus dem Independent-SciFi-Thriller Synchronicity das absolute Maximum heraus. Dass man einen solchen Film nicht zum Einschlafen schaut, versteht sich von selbst, hier ist die Aufmerksamkeit des Publikums gefragt. Wer allerdings auch nur ansatzweise an der Wissenschaft allgemein oder an Zeitreisen im Speziellen interessiert ist, wird damit sicher kein Problem haben.

Watch|outs

Gesamt

70 %

Regie

Jacob Gentry