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Shot Caller

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  • Constantin Film
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Story/Handlung von Shot Caller

Jacob (Nikolaj Coster-Waldau) und Kate (Lake Bell) führen ein ganz normales Familienleben, Treffen mit Freunden inklusive. Bei einem solchen begeht Jacob allerdings einen folgenschweren Fehler und verursacht leichtsinnig einen tödlichen Verkehrsunfall. Dafür wird er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt und landet für sieben lange Jahre hinter Gitter. Doch im Gefängnis erwartet ihn eine andere Welt, Gewalt und Rivalitäten bestimmen den Alltag. So sieht der zurückhaltende Jacob nur eine Möglichkeit, um sich zu schützen – indem er einer Gang beitritt. Seine neuen Weggefährten der „Arischen Bruderschaft“ sind alles andere als zimperlich und unter ihrem Einfluss, allen voran durch „Bottles“ (Jeffrey Donovan), entwickelt sich auch Jacob zu einem knallharten Knastbruder mit dem Spitznamen „Money“.

Seine Familie vergisst er dabei jedoch nicht, diesem Teil seines Selbst kann sogar der brutale Gefängnisalltag  nichts anhaben. Als Jacob endlich wieder in die Freiheit zurückkehrt, scheint der Albtraum ausgestanden. Doch ganz so einfach ist die Rückkehr in sein altes Leben nicht, woran auch sein Bewährungshelfer Kutcher (Omari Hardwick) wenig ändern kann. Überdies hat Jacob sich die Sicherheit im Gefängnis – unwissentlich – teuer erkauft. Seine Gang fordert nun den Gefallen zurück und gibt ihm den Auftrag, eine rivalisierende Gang in Südkalifornien auszuschalten. Den Knast hat Jacob zwar erstmal verlassen, aber die dort herrschende Loyalität gilt auch über seine Grenzen hinaus…

Filmkritik zu Shot Caller

Resozialisierung ganz neu interpretiert 7. September 2017 | von

Wie kommt man am besten mit dem amerikanischen Rechtssystem klar? Man hält sich raus. Im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ gilt das Motto schließlich nicht nur im positiven Sinne, ein kleiner Fehltritt kann hier schon schwerwiegende Folgen haben. Der Protagonist Jacob leistet sich in Shot Caller zudem einen ziemlich schweren Schnitzer und so landet er auch gleich neben den ganz harten Typen im Knast. Wie es sich dramaturgisch gehört, passt er als Normalbürger natürlich ganz und gar nicht in diese Parallelwelt, in der er nun völlig unvorbereitet eine komplett neue Gesellschaftsordnung und bisher unbekannte Regeln lernen muss. Doch das ist als glattrasierter Familienvater mit akkuratem Haarschnitt und ordentlicher Kleidung schwer bis unmöglich, so dass Jacob konsequenterweise eine extreme Wandlung durchmachen muss und sich zum tätowierten Muskelpaket mit stahlhartem Blick und ebenso robusten Fäusten entwickelt. Mit dieser Entwicklung stellt Regisseur und Drehbuchautor Ric Roman Waugh nicht nur mehr oder weniger subtil das Justizsystem in Frage, sondern auch seine eigenen Fortschritte unter Beweis. Das gelingt ihm, indem er im Gegensatz zu seinen thematisch ähnlichen Filmen wie „Felon“ und „Snitch“ in Shot Caller ein weitaus realistischer und glaubwürdiger wirkendes Szenario entwirft, gerade weil er sich auch traut, das eine oder andere Risiko einzugehen.

Parallelwelt hinter Gittern

Zwar wirken manche Situationen in der manchmal vielleicht zu sprunghaften Handlung (zum Glück) etwas weit hergeholt beziehungsweise werden nicht bis ins Detail auf realistische Möglichkeiten abgeklopft, aber wir haben es hier ja auch nicht mit einer Dokumentation über US-amerikanische Gefängnisse zu tun, sondern letztlich immer noch mit einem Unterhaltungsfilm. Angesichts der bisweilen sehr brutalen Szenen vergisst man das zwar ab und zu, mangelnde Spannung kann man dem packenden Thriller aber nicht vorwerfen. Daran hat der Däne Coster-Waldau („Game of Thrones“, „Gods Of Egypt“) als Hauptdarsteller zwangsläufig großen Anteil, schließlich portraitiert er hier gekonnt den extremen Wandel eines Mannes, der ungewollt und unvorbereitet in etwas hineingezogen wird, das ihn zu einer Reihe schwerer Entscheidungen zwingt und verdammt harte Schritte bewirkt. Als man sich zu Beginn des Films unbewusst fast schon mitleidig auf seine Seite schlägt, ist man recht bald froh, dass ihm Jeffrey Donovan („Burn Notice“) zur Seite steht. Schließlich hat Donovan auch schon in „Sicario“ einen sehr wertvollen Part in einer ebenso zurückhaltenden wie abgezockten Nebenrolle übernommen und stellt seine Qualitäten in Shot Caller erneut in grandioser Form eindrucksvoll unter Beweis (trotz seiner hier leider nicht ganz so gut passenden Synchronstimme). Der ohnehin auf ein solches Milieu gut eingestellte Jon Bernthal („Sicario“, „The Accountant“) hält da natürlich mit, während die Figuren außerhalb der Illegalität wie etwa Omari Hardwick („Power“, „Reach Me“) als Bewährungshelfer oder Lake Bell („Pets“) als Jacobs Frau Kate irgendwie ein bisschen untergehen – was aber angesichts des primären Settings auch irgendwo nachvollziehbar ist.

Passend zu den Schauplätzen und der allgemeinen Situation des Protagonisten hat Waugh einen extrem atmosphärischen Film komponiert. Kameraführung und Bildqualität greifen visuell die Stimmung auf, die immer wieder vorwiegend zwischen bedrohlich und beklemmend pendelt. Popcorn-Kino ist hier nicht, das würde einem dann doch zu oft im Halse stecken bleiben – was absolut als Lob zu verstehen ist. Auch akustisch liefert Shot Caller Qualität auf hohem Niveau, die Filmmusik passt herausragend zur Szenerie und speziell in den handfesten Auseinandersetzungen sind direktionale Effekte und intensive Effekte grandios platziert, um genau die richtigen Akzente zu setzen, um die Stimmung zu verstärken.
Im Bonusmaterial wird auf die Details allerdings vorwiegend verbal eingegangen, denn Shot Caller präsentiert als Extras vor allem Interviews mit Darstellern und Crew-Mitgliedern. Trailer gibt es natürlich auch, ansonsten sind aber leider weder Featurettes noch Making-Ofs vorhanden.

Fazit

Gefängnis-Filme sind eine Kunst für sich und von besonderen Herausforderungen begleitet – wenn ein Vertreter dieses Genres gelingt, muss er zwangsläufig verdammt gut sein. Shot Caller darf als Paradebeispiel für diese Kategorie angesehen werden, Ric Roman Waugh liefert mit einer packenden und harten Story grandiose Arbeit ab. Dabei kann er sich auf eine hervorragende Darstellerriege verlassen, die angeführt von Nikolaj Coster-Waldau mit einer nicht genug zu lobenden Intensität aufspielt.

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Gesamt

84 %