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70%

Point Break

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Story/Handlung von Point Break

Der ehemalige Extremsportler Johnny Utah (Luke Bracey) steigt nach dem Unfalltod seines Freundes und Stunt-Partners Jeff aus der Szene aus. Stattdessen schlägt er eine Karriere als FBI-Agent ein. Parallel häufen sich spektakuläre Überfälle auf verschiedene Ziele, die allesamt offenbar von geübten und angstfreien Extremsportlern verübt werden. Utah erkennt ein Muster hinter den Zwischenfällen, die den acht Disziplinen der sogenannten „Osaki 8“ entsprechen, über die ein Extremsportler die Kräfte der Natur ehrt und so Erleuchtung erfahren soll. Für die nächste Disziplin bietet sich ein Meereswellenphänomen vor Frankreich an und so reist Utah dorthin, um mit Hilfe des Agenten Angelo Pappas (Ray Winstone) die Gang aufzuspüren. Utah begibt sich zur Tarnung ebenfalls aufs Wasser und wird dort von der Brandung erfasst und vom Surfer Bodhi (Édgar Ramírez) gerettet. Bodhi ist der Anführer der verdächtigen Gang, die außerdem aus Chowder (Tobias Santelmann), Roach (Clemens Schick), Grummit (Matias Varela) und Samsara (Teresa Palmer) besteht, die es Utah gleich angetan hat.

Langsam gelingt es dem Agenten, die Gruppe zu infiltrieren, wenngleich ihm nicht alle Mitglieder vertrauen. Dennoch nehmen sie Utah mit zu ihren nächsten Prüfungen, wodurch Utah Informationen über die kriminellen Aktivitäten der Gang sammeln kann. Als bei einer weiteren Prüfung der „Osaki 8“ ein Gruppenmitglied verunglückt, erkennt Utah, dass die übrigen Sportler den Tod nicht ernst nehmen. Als Bodhi einen weiteren geplanten Coup in die Tat umsetzen möchte, entscheidet sich Utah endlich für eine Seite, was in der Folge zu einer langen und erbarmungslosen Jagd führt, die nur einer der Verbliebenen überleben kann…

Filmkritik zu Point Break

Extreme Neuauflage 28. Juli 2016 | von

Selbstverständlich handelt es sich bei Point Break um eine Neuverfilmung des im englischsprachigen Raum gleichnamigen Originals von 1991, das hierzulande als „Gefährliche Brandung“ mit Patrick Swayze und Keanu Reeves Aufmerksamkeit generierte. Allerdings weicht das Remake in relativ großen Teilen von seiner Vorlage ab. Das beginnt bei der ursprünglich sehr aufs Surfen eingeschränkten sportlichen Ausrichtung, die sich in der Neuverfilmung einer ganzen Reihe weiterer Extremsportarten öffnet. Das bewirkt zudem, dass Agent Pappas eine weniger promimente Rolle spielt und auch Utahs Aufnahme in die Gruppe auf anderen Wegen stattfindet. Generell forciert Regisseur Ericson Core im Gegensatz zu Kathryn Bigelow den Action-Aspekt und erhöht das Tempo seiner Erzählung extrem, wodurch die Handlung immer wieder ganz andere Wege als das Original einschlägt.

Insofern ist Point Break unabhängig der Kenntnis der Ursprungsversion sehenswert. Man sollte sich allerdings nicht mit nostalgischen Gefühlen ins Abenteuer stürzen, denn weder Handlung noch Schauspieler versuchen ausdrücklich, sich an ihren jeweiligen Vorgängern zu orientieren. Natürlich gibt es Überschneidungen und Déjà-vu-Effekte, dennoch sind sich die Hauptdarsteller-Duos Swayze/Reeves und Ramírez/Bracey nicht wirklich ähnlich. Einerseits liegt das natürlich rein an der Optik der Herren, andererseits ist ihre Präsenz auch durch den unterschiedlichen Bekanntheitsgrad eine andere. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass die „alten“ Darsteller einen gewissen Vorsprung in Sachen Karriere haben, während Ramírez und Bracey hierzulande nicht unbedingt zu den bekanntesten Gesichtern gehören.

Was nicht heißt, dass sie es nicht werden können, denn der multilinguale Venezolaner Ramírez konnte bereits in Blockbustern wie „Das Bourne Ultimatum“, „8 Blickwinkel“, „Zero Dark Thirty“ und „The Counselor“ Rollen ergattern und wurde für seine Hauptrolle in „Carlos – Der Schakal“ für diverse relevante Filmpreise nominiert. Der Australier Luke Bracey hingegen fiel nach dem Karrierestart in einer Daily Soap (offenbar der übliche Anfang einer jeden australischen Schauspielkarriere) zuletzt ebenfalls in eher action-orientierten Streifen wie „G.I. Joe – Die Abrechnung“ oder „The November Man“ auf und zeigt damit eine Vorliebe für ambivalente Figuren. Da ist es fast etwas zu schade, dass die Neuausrichtung der Handlung den beiden Hauptdarstellern relativ viel Entfaltungsmöglichkeit nimmt und auch die starken Nebendarsteller – hier sind mit Ray Winstone („The Gunman“), Tobias Santelmann („Homeland“), Clemens Schick („4 Könige“, „Der Flug der Störche“) und Teresa Palmer („Knight of Cups“) durchaus bekannte Namen zu sehen – eher „nebenbei“ mitnimmt, obwohl sie maßgeblich dazu beitragen, dass aus der eigentlichen Rivalität zwischen Utah und Bodhi keine Freundschaft par excellence wird.

Mehr Action statt Drama

Generell hat Regisseur Core seinen Fokus ganz klar auf Action und weniger auf Drama oder Thriller gelegt. Die Story dient fast schon als „Rechtfertigung“ für ein wahres Highlight-Reel an spektakulären Stunts und adrenalingetränkten Szenen – wer an Höhenangst leidet, wird sich (vor allem in der 3D-Version) bei der einen oder Sequenz vermutlich relativ unwohl fühlen. Dadurch vergisst man allerdings auch schnell mal den Vergleich zum Original, denn viel Zeit zum Nachdenken bleibt kaum. Und so berechtigt Kritik an der Story sein mag, in Sachen Nervenkitzel erfüllt Point Break alle Erwartungen problemlos. Selbstverständlich werden Aktive der einzelnen Extremsportarten auch hier Dinge finden, die in der Realität anders sind, allerdings gilt das ja für so ziemlich jede in Hollywoodfilmen dargestellte Ausübung irgendeiner Tätigkeit. Deshalb und weil Core die gezeigten Disziplinen ganz offensichtlich in möglichst gutem Licht präsentieren möchte, kann und sollte man über einige Details hinwegsehen.

Zur Präsentation gehört natürlich auch eine entsprechende Optik und die häufig kühl gefilterten Bilder von Point Break sind fast immer extrem packend und mindestens ebenso atemberaubend wie das Geschehen auf der Leinwand selbst. Lediglich in dunklen Szenen wird es ab und zu etwas unsauber. Die kleinen Ausreißer werden aber direkt vom hervorragenden Sound ausgebügelt. Hier lässt sich die Blu-ray nicht lumpen und fährt schwere Geschütze auf, die den Adrenalinpegel nochmal ein bisschen mehr anheben. Die Tonspuren im DTS-HD Master Audio 7.1 sowohl in Deutsch und Englisch sind auf jeden Fall mehr als nur heimkinotauglich und bieten den passenden Rahmen für das Spektakel in Point Break.
Das Bonusmaterial konzentriert sich hingegen vor allem aufs Wesentliche und gibt interessante Einblicke in die Entstehung und den Aufwand, den Crew und Stuntmen betrieben haben. Hier hätte es gerne auch mehr sein können, denn selbst im quantitativ gut aufgelegten Action-Genre sieht man solche Manöver nun mal nicht allzu häufig.

Fazit

Für ein Remake geht Point Break ziemlich viele neue Wege und hat mit dem Original streckenweise gar nicht mehr so viel zu tun. Für dessen Fans mag das enttäuschend sein, allerdings macht die Neuauflage durch den Fokus auf Action und den in spektakulären Stunts großzügiger präsentierten Extremsport richtig Spaß, zu dem auch die technischen Details der Blu-ray maßgeblich beitragen.

Watch|outs

Gesamt

70 %

Regie

Ericson Core