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Mr. Right

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Story/Handlung von Mr. Right

Die hübsche aber etwas verplante Mittzwanzigerin Martha (Anna Kendrick) hat in der Liebe wenig Glück, immer wieder scheitern ihre Beziehungen. Das liegt allerdings vor allem an den seltsamen Typen, die Martha sich angelt. Wieder einmal frisch getrennt ist sie am Boden zerstört. Doch nach einigen Tagen voll Alkohol und Selbstmitleid trifft Martha den liebenswürdigen und etwas kauzigen Francis (Sam Rockwell), der sie binnen weniger Minuten auf ein Date einlädt. Und obwohl er irgendwie ein bisschen verrückt erscheint, ist Martha sofort hin und weg von ihrem „Mr. Right“. Allerdings ahnt sie – selbst trotz der Bedenken ihrer Freundin und Mitbewohnerin Sophie (Katie Nehra) – nicht, dass Francis eine ziemlich dunkle Vergangenheit und Gegenwart hat: Der ehemalige CIA-Agent und Profikiller legt mittlerweile reihenweise seine potenziellen Auftraggeber um, da er Mord als unrecht betrachtet.

Eine durchaus unkonventionelle Logik, die auch dementsprechend untauglich für sämtliche Erklärungsversuche ist, als Francis vor Marthas Augen einen weiteren Mord begeht und ihr anschließend versichert, dass das doch alles gar nicht so schlimm sei. Martha wendet sich geschockt ab und erfährt wenig später durch das FBI, wer Francis wirklich ist. Durch den letzten Mord sind nun allerdings auch die Gangster-Brüder Vaughn (James Ransome) und Richard (Anson Mount) hinter Francis her und betrachten Martha dabei als hilfreichen Köder. Und dann ist da auch noch Francis‘ ehemaliger Weggefährte Hopper (Tim Roth), der sich nach dessen Sinneswandel vor Jahren an seine Fersen geheftet hat und ihn hartnäckig verfolgt. Als Francis in all dem Chaos erneut vor Marthas Tür steht, muss sie sich entscheiden, wem sie noch vertrauen kann…

Filmkritik zu Mr. Right

Augen auf bei der Partnerwahl 16. November 2016 | von

Sehr amüsant und unterhaltsam gemacht wirkt Mr. Right trotzdem ein bisschen so, als würde Regisseur Paco Cabezas nach seinen diversen Thrillern in dieser Action-Komödie plötzlich von Automatikschaltung auf Kupplung wechseln. Nach einem ebenso rasanten wie unkontrollierten Start ruckelt es manchmal ganz schön ordentlich und nach einigen verpassten Abzweigungen erreicht er trotzdem unbeschadet sein Ziel. Auf dem Weg dorthin macht er allerdings weder vor überzeichneten Figuren noch vor absurden Situationen Halt und hat zudem ganz offenbar völlig vergessen, Tim Roth („The Hateful Eight“, „Planet der Affen“) über diese Ausrichtung zu informieren. Der spielt den Antagonisten nämlich sehr fokussiert und ernsthaft, wodurch er auf Seiten der bösen Jungs deutlich hervorsticht. Allerdings ist auch Anson Mount („Non-Stop“) als ständig zwischen massiven Wutanfällen und prompten Entschuldigungen pendelnder Gangsterboss und Aggressionstherapiepatient grandios.

Auf der anderen Seite steht natürlich Sam Rockwell als titelgebender Mr. Right im Fokus. Die New York Post bescheinigt ihm als tanzende Kampfmaschine sogar die beste Rolle seit Jahren, wobei das natürlich auch nicht so ganz stimmt. Einerseits wegen Filmen wie „A Single Shot“ oder „Ganz weit hinten“, andererseits weil Rockwell grundsätzlich herausragend gut ist. Ihm gelingt es sogar, die im Stile der Screwball-Komödie eigentlich viel zu übertrieben angelegte Hauptrolle auszubalancieren und nicht wie eine völlig abgedrehte Karikatur zu wirken. Das trifft schon eher auf Anna Kendrick zu, die anscheinend besonderen Gefallen daran gefunden hat, zwischen Oscar-Nominierung und völligem Nonsens hin- und herzuspringen. Mit letzterem sind natürlich Filme wie „Twilight“ oder „Pitch Perfect“ gemeint, denen durchaus ernstzunehmende Auftritte in „End of Watch“, „Up in the Air“ (mit dem sie als „Beste Nebendarstellerin“ für alle relevanten Filmpreise nominiert wurde) oder ganz aktuell „The Accountant“ gegenüberstehen. Allerdings bekommt Kendrick nach dem sehr überzogenen Einstieg doch noch die Kurve und bremst ihre vom Liebeskummer gepackte Martha an der Seite von Francis elegant ab.

Bonnie und Clyde mit Humor

Abgesehen vom konsequent durchgezogenen komödiantischen Aspekt zeichnet sich Mr. Right auch durch eine Menge sehr sehenswerter Actionszenen aus, in denen es von handfester Prügelei über blutige Schießerei so ziemlich alles zu sehen gibt. Die werden eigentlich nur noch vom immer mal wieder tanzend auftretenden Rockwell getoppt – das funktioniert halt immer. Allerdings verliert Cabezas dabei irgendwie ein bisschen den Überblick und vergisst immer mal wieder, diverse Handlungsstränge zu Ende zu führen. So wird nicht nur die Hintergrundgeschichte von Francis und Hopper recht vage beleuchtet und das ein oder andere Motiv gänzlich vernachlässigt, ab und zu verschwinden Nebenfiguren auch einfach mal spurlos. Das macht aber alles nichts, denn Mr. Right ist schließlich kein raffiniert aufgebauter Thriller, sondern leichtes und unterhaltsames Popcorn-Kino. Und diesem Anspruch wird die Komödie absolut gerecht.

Angesichts dessen enttäuscht auch eigentlich nur das Bonusmaterial, denn hier wäre natürlich noch Gelegenheit, die im Film zu kurz gekommenen Handlungsdetails aufzuarbeiten. Mehr als ein sehr kurzes Featurette über Anna Kendricks Figur Martha und den Trailer gibt es aber nicht zu sehen – da wären zumindest ein paar Outtakes oder Interviews mit den durchaus namhaften Darstellern schon schön gewesen.
Technisch gefällt die Blu-ray von Mr. Right dann schon wieder sehr viel besser, das Bild ist kontraststark und detailreich, auch in dunklen Szenen lässt die Qualität nicht nach. Ebenso gut wissen die Actionszenen zu gefallen, in denen auch die DTS-HD-Surroundspur respektabel aufspielt und den Spaßfaktor nochmal deutlich verstärkt.

Fazit

Mit ganz viel Humor und handfester Action überwinden Anna Kendrick und Sam Rockwell in Mr. Right die schwierige Anfangsphase ihrer jungen Romanze und räumen ganz nebenbei auf skurrile Art und Weise eine Menge fieser Typen aus dem Weg.

Watch|outs

Gesamt

67 %

Regie

Paco Cabezas