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Hot Dog

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Story/Handlung von Hot Dog

Gegensätze ziehen sich an – wie Theo (Matthias Schweighöfer) und Luke (Til Schweiger). Während der Eine die Dinge mit den Fäusten klärt, löst der Andere sie mit seinem Grips. Und doch versuchen der GSG 10-Polizist und einer, der bisher nur von Einsätzen in der Spezialeinheit träumte, im Alleingang die entführte Tochter des moldawischen Botschafters zu befreien. Ohne Rücksicht auf Verluste und eine Schneise der Verwüstung nach sich ziehend, zerschlagen sie ein Netz aus Intrigen: Denn hinter der Entführung steckt viel mehr als eine bloße Lösegeldforderung.

Filmkritik zu Hot Dog

Flache Gags in dünner Handlung 24. August 2018 | von Martin Sowa

Filme mit Beteiligung von Til Schweiger haben es in Deutschland nicht erst seit gestern ziemlich schwer. Fasst man sämtliche Kritiken der letzten Jahre zusammen, wird nahezu jeder Aspekt seines Schaffens herabgewürdigt, von seiner Darbietung über die Handlung bis zur Besetzung – wobei sich letzteres insbesondere darin manifestiert, dass Schweiger traditionell mindestens eine seiner Töchter für tragende Rollen auswählt, ohne auf Nebensächlichkeiten wie Talent oder Glaubwürdigkeit Wert zu legen (hier weicht Hot Dog übrigens von der Norm ab). Es versteht sich von selbst, dass die Kritik auch Wahres enthält, wenngleich die immer angespannter werdende Beziehung zwischen Schweiger und dem Feuilleton nicht gerade zu milderen Wertungen beigetragen hat. Dabei wurde auch gerne mal vergessen, dass Schweiger mit seinen Komödien durchaus erfolgreich war und mit dem heftig diskutierten Tatort-Ansatz durchaus mutige neue Wege beschritten hat. Das muss nicht zwangsläufig gefallen, darf aber eben unter dem im Idealfall toleranten Gesichtspunkt der Kunst auch nicht als „falsch“ oder „schlecht“ beurteilt werden, wenn der eigene Anspruch samt zumindest versuchter Umsetzung erkennbar ist.

Dünnes Drehbuch, schwache Story

Genau das ist allerdings das Problem von Hot Dog. Was es wohl sein soll: Eine Buddy-Komödie, in der ein ungleiches Duo trotz aller Widrigkeiten in Teamarbeit die bösen Jungs besiegt. So richtig deutlich wird das aber nicht, Hot Dog wirkt nicht konsequent genug. Das Hauptproblem ist ein viel zu schlichtes und uninspiriertes Drehbuch, aus dem Regisseur Torsten Künstler (bislang übrigens stets an Filmen von Schweiger und/oder Schweighöfer beteiligt) kaum etwas herauszuholen vermag. Schweiger und Schweighöfer prägen den Film als Hauptdarsteller in altbewährter Rollenverteilung (harter Typ und Weichei), ohne dass die Nebenrollen genug Raum zur Entfaltung bekommen, um eventuell zum heimlichen Star zu werden. Hin und wieder blitzt eine kleine Perle hervor, ansonsten stehen aber die bloßen und insgesamt zusammenhangslosen Gags im Vordergrund und schleifen die dünne Handlung halt irgendwie mit. Eingebettet sind sie weniger in einen vom roten Faden gekennzeichneten Plot, sondern in eine ganze Reihe ziemlich plumper Produktplatzierungen. Es gibt quasi keine innovativen Ansätze, alles wirkt letztlich wie ein zusammengebasteltes Best-Of bekannter Buddy-Action-Movies. Die Figuren sind absolut klischeehaft aufgebaut, ohne aber eine nennenswerte Wandlung zu erfahren, die einen solch schablonenhaften Ansatz im Nachhinein rechtfertigen würde.

Im Prinzip wird also all das auf die Spitze getrieben, was in der Vergangenheit an den Filmen mit Til Schweiger und/oder Matthias Schweighöfer kritisiert wurde (ob zu Recht oder nicht, sei dahingestellt). Hot Dog bringt quasi alles mit, was zu befürchten war – andererseits wird man in seinen Erwartungen aber auch nicht enttäuscht. Schweiger markiert den harten Typen und Schweighöfer macht sich halt mal wieder zum Deppen. Wer sich einfach berieseln lassen möchte und mit einem relativ niedrigen Comedy-Niveau, geprägt von Fäkalhumor und bisweilen stumpfen Beleidigungen, kein Problem hat, könnte dem Film deshalb sogar etwas abgewinnen. Gemäß dem Motto „Erlaubt ist, was gefällt“ darf sich Til Schweiger also durchaus bestätigt fühlen, wenn er auf die Meinung der Kritik nichts gibt und der Wertung des Publikums vertraut. Allerdings konnte Hot Dog schon im Kino längst nicht mehr mit früheren Filmen des Duos mithalten…

Fazit

Wer mit den bisherigen Filmen des Duos Schweiger und Schweighöfer nichts anfangen konnte, wird sich auch von Hot Dog nicht umstimmen lassen. Umgekehrt wird man der Komödie wohl auch nur dann etwas abgewinnen können, wenn man lediglich seichte Unterhaltung erwartet. Die liefert die Buddy-Action, ohne dabei aber großartigen Ehrgeiz an den Tag zu legen.

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