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Fahrenheit 451

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  • Warner Bros
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Story/Handlung von Fahrenheit 451

In der Zukunft sind die USA ein Land ohne Wahrheit. Die Feuerwehr ist nicht mehr dazu da, Feuer zu löschen, sondern um Brände zu legen. Damit beabsichtigen sie die Zerstörung von Büchern, Kunst, Kultur und letztendlich der Geschichte. Einer dieser Feuerwehrmänner ist Guy Montag (Michael B. Jordan), der in Kürze den Job seines Vorgesetzten (Michael Shannon) übernehmen soll. Erste Zweifel an seinem Tun hegt er schon länger und durch die junge Widerstandskämpferin Clarisse (Sofia Boutella) wachsen die Bedenken weiter. Trotz aller Gefahren stimmt Montag zu, dem Untergrund dabei zu helfen, klassische Werke und Kulturgüter zu schützen – wenngleich dies angesichts des nahezu lückenlosen Überwachungssystems der Zerstörungsmaschinerie fast unmöglich scheint…

Filmkritik zu Fahrenheit 451

Feuer und Flamme 24. September 2018 | von Martin Sowa

Ein Roman, der über Jahrzehnte hinweg auf der Liste berühmter Klassiker steht, muss zwangsläufig früher oder später auch verfilmt werden. Im Falle von Fahrenheit 451 ist sogar beides der Fall. Bereits 1966 kam eine Adaption in die Kinos und fünfzig Jahre später nahm sich Ramin Bahrani erneut des Stoffes an. Interessant daran ist, dass es in beiden Fällen zu bisweilen starken Abweichungen von der literarischen Vorlage kommt. Bereits François Truffaut veränderte in den Sechzigern einige Details oder sparte sie gänzlich aus, was allerdings eher an den technischen Möglichkeiten als an dramaturgischen Absichten lag. Das ist in der aktuellen Neuauflage allerdings anders und die ursprüngliche Geschichte wird mit zunehmendem Verlauf massiv abgewandelt. Einerseits funktioniert diese „moderne“ Variante für sich gesehen zwar auch, allerdings wird die eigentliche Aussage des Romans in weiten Teilen dadurch völlig verändert und das könnte bei den Zuschauern mit Kenntnis des Romans durchaus für Enttäuschung sorgen. Nichtsdestotrotz ist Fahrenheit 451 unter den modernen Dystopien noch immer eine der besseren, was schlichtweg daran liegt, dass auch die neue Interpretation sehr gut zum Setting passt und dieses nicht bloß einen von der Handlung unabhängigen Rahmen darstellt.

Zudem gelingt es allen voran Michael Shannon („12 Strong“, „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“) und – mit ein paar kleinen Abstrichen – auch Michael B. Jordan  („Black Panther“) und Sofia Boutella („Hotel Artemis“, „Atomic Blonde“), ihren nicht gerade einfach konstruierten Charakteren glaubhaft Leben einzuhauchen. Jordan muss sich dabei als Protagonist teilweise erstaunlicherweise etwas mehr ins Zeug legen, um die erwähnten Schwächen des Drehbuchs zu kompensieren – was ihm im Rahmen des Möglichen allerdings wie zu erwarten gut gelingt. Das und insbesondere die hervorragende, futuristische visuelle Umsetzung machen Fahrenheit 451 zu packender Sci-Fi-Action. Es ist kein Zufall, dass man dabei immer mal wieder an Filme wie „Equilibrium“, „Matrix“, „V wie Vendetta“, „Minority Report“ oder „Dredd“ erinnert wird – für eine TV-Produktion ist das allerdings alles andere als selbstverständlich.

Fazit

Wenn man sich als Zuschauer ebenso wie die Produzenten und Regisseur Bahrani von der literarischen Vorlage lösen kann, ist Fahrenheit 451 eine packende und handwerklich in allen Belangen sehr gut umgesetzte Mischung aus Action-Thriller und Science-Fiction-Dystopie. Mit Michael B. Jordan und Michael Shannon dominieren zwei Gegenspieler das Geschehen auf Augenhöhe und setzen damit überraschende Akzente.