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Ein Verlobter zu viel

Foto: Thibault Grabherr / Weltkino

Story/Handlung von Ein Verlobter zu viel

Jeder Tag besteht aus einer Aneinanderreihung von Entscheidungen – manche mehr, manche weniger wichtig. Für Juliette (Alexandra Lamy) ist allerdings jede noch so winzige Festlegung eine riesige Herausforderung. Zum Glück nehmen ihr Vater Richard (Lionnel Astier) und ihre beiden besten Freundinnen Joelle (Anne Marivin) und Sonia (Sabrina Ouazani) die Qual der Wahl fast immer ab. Das Problem dabei: Juliette ist bereits 40 Jahre alt und damit definitiv in einer Phase ihres Lebens angelangt, in der sie den einen oder anderen Entschluss auch eigenständig fällen sollte. Zumal sie nicht nur mit der Frage konfrontiert ist, welches Kleid sie anziehen soll oder welches Gericht sie im Restaurant bestellen möchte. Denn als die alleinstehende Juliette kurz hintereinander Paul (Jamie Bamber) und Étienne (Arnaud Ducret) kennenlernt, findet sie natürlich beide gleichermaßen attraktiv. Kein guter Start für eine Beziehung – aber kein Vergleich zum (Gefühls)Chaos, das entsteht, als Paul und Étienne am selben Tag um Juliettes Hand anhalten …

Filmkritik zu Ein Verlobter zu viel

Soll ich oder soll ich nicht? 20. Oktober 2017 | von

Vielleicht hat sich Alexandra Lamy ja ein bisschen in ihrer Figur Juliette wiedererkannt, als sie die Hauptrolle in Ein Verlobter zu viel angenommen hat. Einerseits weil ihre Eltern ihr womöglich ebenfalls aufgrund mangelnder Entscheidungsfreudigkeit gleich drei Vornamen verpasst haben, andererseits weil Lamy für 2017 in insgesamt vier Produktionen zum Cast gehört. Oder aber die Entscheidung fiel ihr sehr leicht, weil das Drehbuch von Regisseur Eric Lavaine sowie Laure Hennequart und Laurent Turner so gut gelungen ist. Das sowohl übertrieben inszenierte als auch durchaus schwerwiegende Handicap der Hauptfigur Juliette ist in eine locker-leichte Komödie eingebettet, die fortwährend mit allerlei skurrilen Situationen für Lacher sorgt.

Das ist für eine im Original französischsprachige Komödie allerdings nicht besonders überraschend, erfreulich positiv fällt allerdings auch die technische Qualität der DVD auf. Der dominanten Stimmung entsprechend sind die Farben knallig und frisch, aber auch dunkle Szenen kommen – für Komödien nicht selbstverständlich – knackig zur Geltung. Die Bildschärfe rückt Details fast immer gut in Szene, lediglich vereinzelte Schwächen fallen bei genauerem Hinsehen auf. Das schmälert den sehr guten Gesamteindruck allerdings ebenso wenig wie der sparsame Einsatz der Surroundlautsprecher. Das ist bei Komödien ja ohnehin meistens der Fall und es kommt nun mal eher auf verständliche Dialoge an. Die hat Ein Verlobter zu viel ebenso zu bieten wie ein recht ansehnliches Bonusmaterial, das aus Interview und einem kleinen Making-Of besteht. Auch hier liefert die DVD also über dem Durchschnitt ab.

Fazit

Skurrile Situationskomik und eine liebenswert erzählte Geschichte verbinden sich in Ein Verlobter zu viel zu einer wunderbaren Achterbahnfahrt, die in der Tradition französischer Komödien locker und leicht daherkommt und für gute Unterhaltung sorgt.

Regie

Eric Lavaine