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Drone

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Story/Handlung von Drone

Wie viele andere Familienväter kehrt auch Neil Wistin (Sean Bean) jeden Abend in die heimatliche Vorort-Idylle zurück. Doch sein Job unterscheidet sich deutlich von dem der meisten anderen Arbeitnehmer. Neil ist Drohnen-Pilot, der im Auftrag der CIA und des US-Militärs bewaffnete Angriffe auf Ziele im Nahen Osten ausführt. Immer aus der sicheren Entfernung und fernab der Gewalt des Krieges. Doch vor Selbstzweifeln und Traumata ist er auch vor seinem Bildschirm nicht sicher. Als ein Einsatz in Pakistan mit einem Fehlschlag endet und ein falsches Ziel anvisiert wird, stellt Neil seinen Job und den Sinn seines Tuns in Frage. Die daraus resultierende Erschöpfung macht ihm schwer zu schaffen und wirkt sich auf das vermeintlich beschauliche Familienleben aus.

Ein Jahr nach dem missglückten Einsatz kommt es jedoch noch schlimmer. Neils Vater verstirbt und er muss sich um die Beerdigung kümmern. Da steht plötzlich der Geschäftsmann Imir Shaw (Patrick Sabongui) vor Neils Tür und die beiden kommen ins Gespräch. Der sympathische Fremde wird ins Haus gebeten und zum Essen eingeladen. Nichts deutet darauf hin, dass es eine Verbindung zwischen Neil und Imir gibt – bis dieser Neil offenbart, dass seine Drohnenangriffe für den Tod von Imirs Familie verantwortlich sind. Nun muss Neil sich nicht nur vor seiner ahnungslosen Frau (Mary McCormack) und seinem Sohn (Maxwell Haynes) verantworten, sondern zugleich erkennen, dass die Angelegenheit für Imir damit noch lange nicht beendet ist …

Filmkritik zu Drone

So fern und doch so nah 17. November 2017 | von

Die umstrittenen Luftangriffe der modernen Kriegsführung mit unbemannten, aber schwer bewaffneten Drohnen sind in den letzten Jahren bereits des Öfteren in größeren und kleineren Filmproduktionen thematisiert worden. Sowohl als Randerscheinung und Motiv für eine Reaktion wie in „London Has Fallen“ als auch zur Darstellung der verheerenden Folgen eines Luftangriffs wie in „Eye In The Sky“ oder mit Fokus auf die Auswirkungen auf die ausführenden Piloten in streng bewachten Bunkern auf amerikanischem Boden wie in „Good Kill“. Wer diese Filme bereits gesehen hat, wird bei Drone wohl nicht um das eine oder andere Déjà-vu herumkommen. Ein simpler Abklatsch ist der Thriller von Jason Bourque („Comeback für die Liebe“) allerdings nicht, denn er verfolgt den Ansatz, die vermeintlich sichere Distanz zwischen Pilot und Ziel auf eine Armlänge (und weniger) zu verringern. Aus dem ferngesteuerten Krieg wird plötzlich eine Auseinandersetzung von Angesicht zu Angesicht – die jedoch vor allem verbaler Natur ist. Pure Action sollte man also nicht erwarten, wenn man Drone in der Erwartung eines Kriegs-Thrillers gegenübertritt.

Dieser eher ruhige Ansatz wäre an sich überhaupt kein Problem, wenn Bourque sich dabei nicht zu sehr auf ausschweifende und dennoch nicht ganz einleuchtende Details der Story konzentrieren würde. Auch die Charakterzeichnung ist für den an sich selbst gesetzten Anspruch etwas zu flach ausgefallen. Zwar weiß Sabongui („Homeland“, „Power Rangers“) als pakistanischer Geschäftsmann durchaus zu überzeugen, Sean Bean („Der junge Messias“, „Der Marsianer“) allerdings nimmt es mit der Darstellung des erschöpften Familienvaters und seines Jobs überdrüssigen Drohnenpiloten vielleicht etwas zu genau. So wirkt Drone trotz aller berechtigten Brisanz bis auf die letzte halbe Stunde ein wenig behäbig – spannend, aber eben nicht absolut packend. Wobei das auch an einer subjektiven Übersättigung liegen mag, was das Thema Drohnenkrieg angeht … In jedem Fall sind Anfang und Ende des Films mit durchaus spektakulären Szenen gesegnet, die auch mal über eine etwaige Länge hinwegtrösten.

Über fast jeden Zweifel erhaben ist die technische Qualität der Blu-ray, die mit einem kräftigen Bild und ebenso kräftigem Ton im „DTS-HD Master Audio 5.1“-Format weitestgehend überzeugt. Zwar fällt das optische Niveau in dunklen Szenen etwas ab und die großzügig eingesetzten, ruhigen Momente geben lediglich den Dialogen die Chance, durch eine präzise Wiedergabe den Erwartungen zu entsprechen. Anders sieht es aus, wenn die akustische Kulisse Pakistans raumgreifend und effektvoll aus den Lautsprechern strömt. Als Drohnenpilot Neil von seinen Raketen Gebrauch macht, geht es auch mal sehr dynamisch und druckvoll zur Sache. Optisch überzeugt vor allem die Schärfe und Ruhe des Bilds. Das Bonusmaterial hingegen umfasst leider nur die Trailer und fällt dementsprechend ziemlich dürftig aus – angesichts des ambitionierten Themas wären Hintergrundinfos zur Idee und Entstehung des Films auf jeden Fall nicht zu verachten.

Fazit

Der dramatische Thriller Drone widmet sich dem umstrittenen Einsatz bewaffneter Drohnen im Krieg mit einem sehenswerten Schwerpunkt. Der Fokus liegt weniger auf dem militärischen Aspekt selbst, sondern auf den individuellen und schwerwiegenden Folgen für die beteiligten Personen – auf Seite der Täter wie der Opfer. Dass es dabei nicht durchweg actionreich zur Sache gehen kann, versteht sich von selbst.

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