Watch|outs
89%

Deadpool 2

Foto:
  • 20th Century Fox
    /

Story/Handlung von Deadpool 2

Nachdem Wade Wilson alias Deadpool (Ryan Reynolds) vor zwei Jahren seine persönliche Rachemission gegen Francis (bzw. Ajax) erfolgreich abgeschlossen hat, ist er nun zum gefragten Söldner geworden, der überall auf der Welt seine Aufträge erledigt. Damit macht er sich allerdings auch direkt neue Feinde, die ihm das Leben schwermachen. Zudem versucht Colossus (Stefan Kapicic) weiterhin hartnäckig, ihn als Mitglied der X-Men zu rekrutieren. Dadurch trifft Deadpool nicht nur Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand) wieder, sondern stolpert auch über den jungen Mutanten Firefist (Julian Dennison), der generell eher ablehnend gegenüber anderen Personen auftritt. Trotzdem schlägt sich Deadpool auf seine Seite, nachdem er herausfindet, woher die Aggressionen des jungen Mutanten kommen. Der wiederrum kann Unterstützung gut gebrauchen, weil plötzlich der zeitreisende Cable (Josh Brolin) auftaucht, ein kybernetischer Söldner, der Firefist umlegen will. In Folge dessen stellt Deadpool ein Team aus Mutanten zusammen, das ihm helfen soll, Cable aufzuhalten und Firefist zu schützen. Zur neugegründeten Truppe gehören unter anderem Domino (Zazie Beetz) und Bedlam (Terry Crews) sowie der Durchschnittstyp Peter (Rob Delaney), der sich auf die Stellenanzeige beworben hat, um mal seine Komfortzone zu verlassen. Das gelingt auf jeden Fall, wenngleich fortan eigentlich nichts mehr so läuft wie geplant …

Filmkritik zu Deadpool 2

Wieviel Meta ist erlaubt? 18. Mai 2018 | von Martin Sowa

Die Erwartungen an Deadpool 2 waren ziemlich einstimmig hoch, die Pressestimmen nach den ersten Vorführungen zeigten dann ein von zwei Extremen geprägtes Bild. Einig sind sich zwar fast alle darin, dass Deadpool 2 sich mit einer recht überschaubaren Story vom fast schon theatralisch in Akte aufgeteilten Plot des Vorgängers abhebt. Doch während das einigen Kritikern sehr positiv auffällt, sehen andere es als massiven Schwachpunkt an. Ebenso spaltet der Umstand, dass der Cast bei Deadpool quantitativ im Wesentlichen unverändert bleibt (Zazie Beetz und Josh Brolin ersetzen absolut würdig Gina Carano und Ed Skrein), die Meinungen. Für die einen entspricht genau das dem Charakter Deadpools, andere hätten lieber ein größeres Staraufgebot. Das Problem für diese unterschiedlichen Sichtweisen scheint zu sein, dass unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden. Positive Kritiken betonen die Detailtreue zu Deadpool, während die negative Resonanz an denselben oder zumindest sehr ähnlichen Maßstäbe wie bei den klassischen und zuletzt förmlich reihenweise produzierten Superhelden-Blockbustern zu liegen scheint. Kein Wunder, dass Hauptdarsteller Ryan Reynolds im Rahmen der Pressetour in Interviews auch erneut des Öfteren betonen musste, dass der von ihm verkörperte Deadpool erstens gar kein Superheld ist (Superkräfte allein reichen dafür schließlich nicht aus) und zweitens anders als seine vermeintlichen Kollegen gar kein Interesse daran hat, die Welt zu retten.

Vielmehr verfolge der wortgewandte Söldner reichlich subjektive Ziele. Also mehr Hancock als Batman, wenn man so will, und wer sich beide Deadpool-Filme nochmal vor Augen führt, stellt fest: Da ist was dran. Der Protagonist kümmert sich nicht um Political Correctness oder gesteigerte Moral, was ihm unter anderem ja auch einige Diskussionen mit Colossus einbringt. Sein Blick richtet sich auf seinen eigenen Kram und wenn er dabei zehn oder zwanzig Leute ins Jenseits schicken muss, dann tut er das halt. Natürlich nicht ohne ein bisschen Spektakel und ohne einen entsprechenden Kommentar ans Publikum zu richten. Schon allein das regelmäßige Durchbrechen der vierten Wand sollte daher Hinweis genug sein, dass Deadpool nun mal kein Vertreter der Figuren à la Avengers und Co ist. Ganz im Gegenteil, er ist sich sogar dessen bewusst und eben auch der Tatsache, dass er ein fiktionaler Comic-Charakter ist. Warum also sich selbst und die Welt um sich herum ernstnehmen? Deadpool macht sich lieber einen Spaß daraus und das färbt auch aufs Publikum ab. Auf einen Teil mehr, auf den anderen weniger, aber immer noch stark genug um zu sagen, dass sich Deadpool 2 auf jeden Fall lohnt – es sei denn, man hat für Actionkomödien allgemein nichts übrig.

Regie

David Leitch