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Criminal Squad

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Story/Handlung von Criminal Squad

In Los Angeles gibt es jede Menge Banken und damit auch sehr viel Bargeld. Ein Biotop für Leute wie Ray Merrimen (Pablo Schreiber) und seine Gang, die es auf spektakuläre und gewinnbringende Raubzüge anlegt. Das geht zwangsläufig auch mal schief, so dass Merrimen gerade erst wieder aus dem Gefängnis entlassen wird. Er hat jedoch keine Zeit zu verlieren und plant mit seinen Komplizen Levi (50 Cent) und Bosco (Evan Jones) gleich den nächsten großen Coup. Dafür wird auch der Fahrer Donnie (O’Shea Jackson Jr.) ins Boot geholt, der eigentlich einem geregelten Job als Barkeeper nachgeht. Das bleibt auch dem hartgesottenen Cop Nick O’Brien (Gerard Butler) nicht verborgen. Der Chef einer Spezialeinheit der Polizei kommt der Crew um Merrimen schnell auf die Spur, nachdem diese einen gepanzerten Geldtransporter überfallen und dabei – außerplanmäßig – jede Menge Blut vergießen. Eigentlich keine große Sache für „Big Nick“, der selbst kein Kind von Traurigkeit ist und schon eine Menge erlebt hat. Doch dieses Mal hat er das Gefühl, dass hier eine größere Geschichte ihren Lauf nimmt. Da kommt es ihm alles andere als gelegen, dass daheim der Haussegen schief hängt und seine Frau die Scheidung einreicht – zumal sich Merrimen und seine Crew angesichts der Präsenz von O’Brien und seiner Einheit gänzlich unbeeindruckt zeigen. Allerdings brauchen sie auch eine gesunde Portion Selbstbewusstsein, wenn sie ihren Plan tatsächlich erfolgreich in die Tat umsetzen wollen: Die Federal Reserve Bank in LA hat schließlich noch keiner ausrauben können …

Filmkritik zu Criminal Squad

Diese Stadt ist nicht groß genug für uns beide… 14. Juni 2018 | von Martin Sowa

In einem Heist-Movie geht es ja meist um eine Gruppe Gangster und ihren besonders clever ausgeklügelten Plan, um irgendetwas zu stehlen. Die Umsetzung kann sehr sorgfältig und elegant (wie in „Ocean’s 11“) oder auch äußerst rasant und mit jeder Menge Action erfolgen (zum Beispiel in „The Italian Job“) und natürlich auch besonders spannungsgeladen sein („Heat“). Alle diese Zutaten vereint Drehbuchautor und Regisseur Christian Gudegast in Criminal Squad, wenngleich man ihm angesichts seiner früheren Werke „Extreme Rage“ und „London Has Fallen“ durchaus einen gewissen Hang zur Action anmerkt. Zwar gelingt Gudegast auch ein ähnliches Setting wie aus dem als Meisterwerk gehandelten „Heat“ von Michael Mann, das allerdings massiv damit zu kämpfen hat, nicht in den Fluten aus Testosteron zu versinken. Das (Fern-)Duell zwischen  den beiden Hauptfiguren Nick O’Brien und Ray Merrimen wirkt im Vergleich zum psychischen Machtkampf zwischen Neil McCauley und Vincent Hanna wie ein rein physisches Kräftemessen. Vor allem „Big Nick“ wandelt dabei auf einem schmalen Grat. Gerard Butler („London Has Fallen“) gibt sich zwar durchaus erfolgreich alle Mühe, dem harten Kerl ein passendes Gesicht zu verleihen, doch die Figur wirkt als Polizist komplett deplatziert. Insbesondere sein Status als Anführer der Spezialeinheit steht in krassem Gegensatz zu seinem Desinteresse an Teamarbeit und dem Hang zu Alleingängen. Im echten Leben würde man ihm angesichts seines Verhaltens wohl vorwerfen, dass er nicht in einem Hollywood-Blockbuster sei, aber naja  – das ist er nun mal. Ein bisschen Deadpool-Flair, nur ohne die passenden Rahmenbedingungen.

Auf der anderen Seite des abtrünnigen Cops stehen die Gangster um Ray Merrimen, der seinen „Job“ strenggenommen sogar prinzipientreuer erledigt als O’Brien. Verkörpert wird er von Pablo Schreiber, der seinen natürlichen Sonnyboy-Look ablegt und dem Anführer der Bankräuber als ernstzunehmenden Gegenspieler darstellt. Actionszenen sind dem vor allem Serien-erfahrenen Schreiber spätestens seit seiner Rolle in „13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi“ nicht fremd und das merkt man ihm an. So stellt man sich einen knallharten Gangster vor, der mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein und absoluter Stressresistenz alles auf eine Karte setzt. Das wirkt erstaunlicherweise sogar authentischer als das Auftreten von 50 Cent, der sich in einigen Szenen ja eigentlich schon aus (laut eigener Aussage) biografischen Gründen in vertrauten Situationen befinden sollte – vielleicht liegt das aber auch daran, dass ausnahmsweise nur Platzpatronen zum Einsatz kommen.

Allerdings darf man dem Rapper auch zugutehalten, dass er nun mal in erster Linie nicht als Schauspieler zu internationaler Bekanntheit gekommen ist und dass er im englischen Original zwangsläufig authentischer wirkt als in der sonst ordentlichen Synchronisation. Wenngleich es eventuell sinnvoll gewesen wäre, den Originaltitel nicht durch einen anderen englischen Titel zu ersetzen – als Criminal Squad verliert das ursprüngliche „Den of Thieves“ nämlich an Bedeutung. Zwar klingt der „deutsche“ Name sehr passend, untergräbt jedoch die zugegeben seltene Bedeutung des im Slang gebräuchlichen „Den of Thieves“ – neben der klassischen „Räuberhöhle“ liefert die alternative Übersetzung des Ausdrucks nämlich auch einen spoilerbehafteten Hinweis auf den finalen Twist des Films, der damit auch wieder die Kurve vom reinen Actionthriller hin zum Heist-Movie bekommt.

Fazit

Heist-Movie mit Hang zur Action: Christian Gudegast inszeniert Criminal Squad genau so, wie man es von ihm erwarten kann. Das ist für Fans seiner Werke (und die der Hauptdarsteller) allerdings ein sehr gutes Zeichen. Langweilig wird es nie, was neben dem Drehbuch vor allem daran liegt, dass sich mit Gerard Butler und Pablo Schreiber tatsächlich zwei Alphatiere auf Augenhöhe begegnen und dafür sorgen, dass sich der finale Twist umso wirkungsvoller entfaltet.

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