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Afrika – Das magische Königreich

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  • Constantin Film
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Story/Handlung von Afrika – Das magische Königreich

In einem geheimnisvollen Wald in Gabun und Ruanda trifft der Zuschauer auf eine Familie der am meisten bedrohten Tierarten der Welt trifft: Berggorillas. Weiter geht es in eine vulkanisch glühende Unterwelt, die Leben und eine bizarre Schönheit erschafft und Jahr für Jahr Millionen Flamingos zum Tanzen bringt. Von dort führt der Film sein Publikum weiter in die außerirdisch anmutenden Sandwelten der Namib-Wüste, wo seltsame Wüstenkreaturen leben, die erstaunliche Überlebenstricks entwickelt haben. Auf einem Marsch durch versengte Ebenen am Rande der Kalahari begleitet der Zuschauer afrikanische Elefanten auf ihrer überlebenswichtigen Suche nach Wasser und taucht anschließend mit einer Meeresschildkröte in die Tiefen eines verwunschenen Meeres zu einer geheimen Korallenstadt. In einer verzauberten Eiswelt in den Bergen Kenias und Äthiopiens zeigt der Film eine Horde Dschelada-Paviane und erkundet ein Reich, in dem sich Sommer und Winter täglich abwechseln. Eine Achterbahnfahrt durch quecksilberne Flüsse wie den Nil und den Zambesi bringt das Publikum schließlich zu den größten Wasserfällen der Erde, den Viktoria-Fällen, und zu den letzten lebenden Dinosauriern – den Krokodilen Afrikas.

Filmkritik zu Afrika – Das magische Königreich

Das magische Königreich so nah wie nie zuvor 6. August 2015 | von

In Zeiten, in denen durchgeknallte Hobby-Großwildjäger die Fauna des afrikanischen Kontinents medienwirksam auf völlig falsche Art „würdigen“, zeigt BBC Earth mit dem 3D-Dokumentarfilm Afrika – Das magische Königreich ein Paradebeispiel dafür, wie man das auf richtige Weise tut. Die Reise zur Tierwelt des schwarzen Kontinents führt vor allem durch das südlich der Sahara liegende Ostafrika, macht allerdings auch Abstecher ans Rote Meer im nördlichen Ägypten und in den „Crystal Mountains National Park“ im vom Äquator gekreuzten Gabun im Westen des riesigen Kontinents. Fast sämtliche Drehorte liegen in den Nationalparks. Besonders beeindruckend sind dabei die Aufnahmen in der Namib-Wüste, deren unermessliche Sandlandschaften in Kombination mit dem ungehindert wehenden Wind ein brillantes Schauspiel bieten. Um all dies so perfekt wie möglich einzufangen, setzte das Filmteam von BBC Earth neu entwickelte Kameratechniken ein und sammelte an fast 600 Drehtagen das gewünschte Filmmaterial. Mit dem Ergebnis, das man der Tierwelt in Afrika – Das magische Königreich näher kommt als wahrscheinlich je zuvor, ohne direkt vor Ort zu sein. Das geschieht auf so beeindruckende Art und Weise, dass die 87 Minuten lange Dokumentation niemals langweilig wird. Dazu trägt auch Sprecher Christian Brückner (unter anderem auch die deutsche Stimme von Robert de Niro) bei, der die Informationen über die gezeigten Tiere so spannend vorträgt wie man es sich in der Schule vom Biologielehrer gewünscht hätte.

Hautnah dabei

Dennoch zeichnen den Film vor allem seine spektakulären Aufnahmen aus. Die bereits angesprochenen Kameratechniken sind nicht nur qualitativ absolut am obersten Limit, sondern nutzen diese Qualität durch das Szenenbild und die Kameraeinstellungen aufs Vortrefflichste aus. Jedes Sandkorn und jedes Haar im Fell der Tiere sind detailliert zu erkennen und durch den 3D-Effekt fühlt man sich wie ein Safari-Tourist und vergisst, dass man ja nur daheim im Sessel sitzt. Richtig spektakulär wird es schon nach wenigen Minuten, wenn ein Gorillamännchen gefühlt quer durchs Heimkino stapft. Aber auch die „klassische“ 2D-Version im Paket überzeugt mit spektakulären Aufnahmen und grandiosen Kamera-Einstellungen, die man zumindest teilweise so sicherlich noch nicht gesehen hat. Das gilt insbesondere für die häufig in extrem nuancierter Nahaufnahme eingefangenen Details und das farbenfrohe Spektakel an den Korallenriffs vor der afrikanischen Küste.

Atemberaubend unterstützt werden diese Bilder von einer grandiosen Surround-Kulisse. Das wird schon direkt in der ersten Szene deutlich, in der ein Gewitter auf sämtlichen Kanälen das Publikum mitten ins Geschehen versetzt. Während der plötzlichen Krokodilattacken auf friedlich am Fluss trinkende Gnus stellt sich sogar ein „Schock-Effekt“ ein, der viele Thriller locker in die Tasche steckt. Auch die Aufnahmen eines Vulkans samt Ausbruch oder die tosende Meeresbrandung bringen das 5.1-System ordentlich in Schwung – der Höhepunkt dürfte aber den mächtigen Viktoriafällen in Simbabwe vorbehalten sein.
Zusätzlich zum ohnehin beeindruckenden Film selbst gibt das Bonusmaterial großzügige Einblicke in die Entstehung der extrem herausfordernden Dokumentation, die genutzten Techniken und mit welchen Tricks die Crew arbeiten musste. Mit 36 Minuten ergänzendem Filmmaterial bleibt da genug Zeit, um die nicht minder spektakuläre Produktion ausführlich zu erklären.

Fazit

Die faszinierende Natur Afrikas ist seit jeher ein immer wieder gern für Dokumentationen genutztes Thema. So spektakulär wie in Afrika – Das magische Königreich ist das bislang jedoch noch nicht gelungen. Insbesondere die 3D-Version der Blu-ray ist absolute Extraklasse, die wohl nur durch eine unmittelbar erlebte Safari getoppt werden kann. Dem Prädikat „besonders wertvoll“ der Film- und Medienbewertung (FBW) können wir uns also nur anschließen.

Watch|outs

Regie

82 %

Gesamt

84 %