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A Quiet Place

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  • Paramount Pictures
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Story/Handlung von A Quiet Place

Nach einer außerirdischen Invasion ist die Erde nahezu verlassen. Nur wenige Menschen haben überlebt und versuchen, sich vor den Aliens, die den Planeten förmlich überrannt haben, zu verstecken. Die fremden Besatzer sind nicht nur hervorragend gegen Schusswaffen und Sprengstoff gewappnet, sondern hören auch noch jedes noch so kleine Geräusch. Aus diesem Grund hat der überlebende Familienvater Lee Abbott (John Krasinski) das Haus möglichst schalldicht isoliert und gemeinsam mit seiner Frau Evelyn (Emily Blunt) den drei Kindern Reagan, Marcus und Beau (Millicent Simmonds, Noah Jupe und Cade Woodward) eingeschärft, sich möglichst ruhig zu verhalten. Die Familie kommuniziert vorwiegend durch Zeichensprache, um bloß nicht auf sich aufmerksam zu machen – doch das fällt vor allem den Kindern zunehmend schwer …

Filmkritik zu A Quiet Place

In der Ruhe liegt die Kraft 18. August 2018 | von Martin Sowa

Wenn ein Film es schafft, ganze Kinosäle reihenweise verstummen zu lassen, muss er entweder besonders schockierend sein – oder verdammt gut. Für „A Quiet Place“ gilt vor allem Letzteres, was so nicht unbedingt zu erwarten war. Denn für John Krasinski war es zwar nicht die erste Regiearbeit, allerdings wäre es wohl etwas übertrieben, von besonders ausgeprägter Erfahrung in diesem Metier zu sprechen. Insbesondere, weil er auch als Schauspieler eher im Bereich Comedy („The Office“) oder Action („13 Hours“) zu verorten ist. Ausgerechnet im alles andere als einfachen Horror-Genre scheint er nun eine seiner besten Arbeiten abzuliefern. Obwohl das zugrundeliegende Setting – ebenso interessant wie gewagt – fast schon zwangsläufig einige offene Fragen hinterlässt. Hier heißt es, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen, denn wenn man sich auf das (trotz einiger nicht ganz neuer Details) ungewöhnliche Szenario einlässt, kommt schnell packende Spannung auf. John Krasinski gelingt es mit vergleichsweise geringen Mitteln (wenig wird vorab erklärt, die Monster sind zunächst kaum zu sehen), eine Atmosphäre zu schaffen, die schneller beängstigend real wirkt, als man es vielleicht gerne hätte. Nicht durch knallharte Schockeffekte, sondern durch die stets unterschwellig mitschwingende Gefahr, die selbst dann ihre Wirkung entfaltet, wenn es gar nicht geplant ist – und womöglich in einigen Fällen auch nach Filmende noch anhält. Kein Wunder, dass sich diverse Hollywood-Größen überschwänglich über „A Quiet Place“ äußerten und Krasinski beim US-Kinostart sogar Spielbergs heißerwartetes „Ready Player One“ den Rang ablaufen konnte.

Selbst im Albtraum ein Traumpaar

Das könnte allerdings auch daran liegen, dass „Everybody’s Darling“ Emily Blunt („Sicario“, „Girl on the Train“) die weibliche Hauptrolle verkörpert und damit die Ehefrau von Krasinskis Figur spielt – passenderweise sind beide auch im echten Leben miteinander verheiratet und haben gemeinsame Kinder. Nichtsdestotrotz ist es nicht selbstverständlich, dass die Chemie zwischen ihnen auch auf der Leinwand stimmt. Genau das ist in „A Quiet Place“ jedoch der Fall und gilt ebenso für ihre drei „Filmkinder“. Die nicht nur im Film taube Millicent Simmonds, Noah Jupe und Cade Woodward ergänzen Krasinski und Blunt hervorragend in der Darstellung der familiären Beziehungen und Konflikte unter erschwerten Bedingungen. Erst zum Ende hin stellt „A Quiet Place“ all diese Stärken ein wenig zugunsten klassischer Horror-Action zurück – das fällt allerdings erst auf, wenn man sich mit etwas Abstand wieder aus der atmosphärischen Umklammerung gelöst hat.

Fazit

Auch ohne ausgeprägte Regie-Erfahrung gelingt John Krasinski mit der Unterstützung seiner Frau Emily Blunt ein hervorragender Horrorthriller. „A Quiet Place“ sammelte völlig zu Recht von allen Seiten großes Lob ein und überzeugt mit einem innovativen Konzept. Dass es – wie so häufig bei Horrorfilmen – bisweilen etwas konstruiert und nicht gänzlich nachvollziehbar zugeht, kompensiert „A Quiet Place“ mit einer herausragenden Atmosphäre, die kleine Schwächen spielend leicht und fast schon im Übermaß kompensiert.